Wintersport im Oberen Vogtland
Im Oberen Vogtland bietet der Winter eine dichte Mischung aus Skisport, Eislaufen und Familienangeboten rund um Klingenthal, Oelsnitz und Schöneck. In Klingenthal ist vor allem die Sparkasse Vogtland Arena mit ihrer modernen Großschanze bekannt, auf der regelmäßig internationale Skisprung‑ und Nordisch‑Kombiniert‑Wettkämpfe stattfinden. Schöneck gilt mit der Skiwelt als kompaktes Skigebiet mit Pisten in allen Schwierigkeitsgraden, Übungsliften, Rodelhang und Loipennetz. In Oelsnitz ergänzt eine saisonale Eisbahn im Freibad Elstergarten das Angebot, wo Besucher auf einer großen, teils überdachten Fläche Schlittschuh laufen oder Eisstockschießen können. So finden sowohl sportlich Ambitionierte als auch Familien im gesamten Oberen Vogtland abwechslungsreiche Wintersportmöglichkeiten.
Neubau einer modernen Großschanze am Schwarzberg
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Die Anfänge des Skisports in Klingenthal
Im Jahr 1886 ließ der Oberlehrer Erwin Beck das erste Paar Skier bauen. Er bekam eine Karte aus Norwegen in die Hand, auf der Skier abgebildet waren. Also wollte er ausprobieren, ob sie sich auch hier verwenden ließen. Der Stellmacher Karl Hirche fertigte nach Beck's Angaben Bretter aus Lindenholz und der Sattler machte Bindungen dran. Am ersten Tag gings gleich bis Plauen, am zweiten zurück. Die Erwachsenen staunten und die Kinder wollten es nachmachen, zuerst mit behelfsmäßigem Skigerät, wie Faßdaunen und später mit richtigen Skiern, die in Geigenmacher-Werkstätten hergestellt wurden. 1893 gab der Oberlehrer den ersten Skiunterricht.
Ab jetzt ging es aufwärts mit dem Skisport in Klingenthal. 1908 wurde der Wintersportverein Klingenthal-Aschberg gegründet, 1913 im Dürrenbachtal die erste Schanze gebaut, 1922 gründete sich der WSV Aschberg, 1924 der WSV Mühlleiten. 1921 gab es erstmals die Sachsenmeisterschaften in Klingenthal. 1923 wurde die "Curt-A.-Seydel-Schanze" am Nordhang des Aschbergs errichtet, auf der 1929 die Deutschen Skimeisterschaften ausgetragen wurden. Walter Glaß wurde, wie auch schon 1927 zuhause nur Zweiter.
In der Folgezeit bestätigten Springer, Kombinierer, Läufer/innen durch ihre internationalen Erfolge immer wieder Klingenthal als nahmhaften Skisportplatz. Zu erwähnen wäre noch das Internationale Damenskirennen, die Aschbergschanze, Harry Glaß, der eine olympische Bronzemedaille gewann, sowie Marlies Rostock (Goldmedaille bei der Olympiade 1980) und noch vieles, vieles andere.
Wintersportgebiet Klingenthal/Mühlleithen
Das Skigebiet Klingenthal/Mühlleithen bietet sowohl für Profis als auch für Freizeitsportler und Urlauber vielseitige Möglichkeiten für den Wintersport. So kann man zum Beispiel auf der Kammloipe von Schöneck über Mühlleithen bis ins Westerzgebirge laufen. Außerdem gibt es einige Liftanlagen, die auch für Anfänger geeignet sind und bei manchen mit Flutlichtanlagen kann man sogar bis in die Nacht Skilaufen. Für die schneefreie Zeit stehen eine Sommerrodelbahn und viele andere Sportmöglichkeiten sowie herrliche Wander- und Radwege zur Verfügung.
Klingenthal hat eine ganze Reihe guter Skispringen hervorgebracht, die auch international bekannt waren und sind. Die neue Schanze am Schwarzberg wurde 2005 fertiggestellt. Die ersten Wettkämpfe haben im Februar und März 2006 bereits stattgefunden. Zum Tag der Vogtländer am 15.07.2006 wurde sie durch Landrat Lenk feierlich eröffnet.
Die Schanzen von Klingenthal
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Große Aschbergschanze
Die Große Aschbergschanze war die bekannteste in der Region. Auf ihr wurden viele nationale und internationale Wettkämpfe bestritten.
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kleine Aschbergschanzen
Die beiden kleinen Aschbergschanzen befinden sich am Gegenhang der großen Aschbergschanze. Sie werden für das Training benutzt. Es handelt sich um eine K-25 (Kritscher Punkt bei 25 Metern) und eine K-40 Schanze. Sie wurden 2000/2001 überarbeitet, mit Keramik-Anlaufspuren ausgestattet und mit Matten belegt.
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Vogtlandschanzen
Die K-60 Vogtlandschanze wurde 1933 errichtet, befindet sich im Wald zwischen Mühlleithen und dem Ortsteil Winselburg. Auf ihr wurden viele nationale und auch internationale Wettkämpfe ausgetragen. 1971/72 wurde das Holz- gegen ein Stahlgerüst ausgetauscht. 1975 am selben Hang ein kleinerer Anlaufturm aus Holz für den Nachwuchs dazugebaut, der 1985 durch einen stählernen ersetzt wird. 1986 bekommt die Vogtlandschanze eine Keramikanlaufspur. 1992 wird erstmals der Europacup der Nordischen Kombination ausgetragen. 1996 wird die Schanze auf K-80 umgebaut. Ab 1998 gibt es die B-Weltcups der Nordischen Kombination als Highlight der jährlichen Wettkämpfen. 1999 wird eine neue Flutlichtanlage installiert.
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Hirschleckschanzen
Die Hirschleckschanzen wurden als Jungend-Trainingsschanzen als K-17 und K-35 1952 errichtet. Damals wurde Klingenthal ein Leistungs-Zentrum des Ski-Sports und der Ausbildung junger Ski-Sportler in der DDR. Die letzten Wettkämpfe wurden hier 1999 ausgetragen.